Mitten im Inninger Wald auf dem Hindernislauf-Trainingsgelände hangeln Kinder von Baum zu Baum, klettern über Balken und testen ihren Mut am Seil. „Achtet auf die Fußklemme!“, ruft der Trainer – eine Technik, die dafür sorgt, dass man sicher im Seil sitzt und sich fast wie Tarzan zum nächsten Halt schwingen kann. Die Sportart heißt Survival Running – eine Mischung aus Laufen, Klettern und Hindernissen, die an Ninja- und Parkour-Elemente erinnert, nur eben draußen zwischen Bäumen und Waldboden.
Für Joel und Henri (beide zehn) ist genau das der Reiz: frische Luft, Natur und jedes Mal neue Herausforderungen. Im Training geht es nicht um Perfektion, sondern um Bewegungslust: Nach dem „Tarzan“-Schwung folgt der „Apehang“, ein durchhängendes Seil, an dem man unten entlangklettert. Emma (11) versucht an den Jungs vorbeizuziehen, der Ehrgeiz steigt – und am Ende lachen alle, als sie beinahe gleichzeitig am Balken ankommen. Roten Köpfen zum Trotz: Die Stimmung bleibt bestens. Was von außen nach Spielen aussieht, trainiert gezielt Kraft, Ausdauer, Schnelligkeit, Motorik und Koordination. „Die Kinder haben dabei sehr viel Spaß, weil ihnen vieles intuitiv gelingt – und diese Erfolge zum Weitermachen motivieren“, sagt Florian de Vries. Er hat Survival Running gemeinsam mit Jeanina Lück aus Holland zum TSV Inningen gebracht; auch ihre eigenen Kinder sind beim Training dabei. So wächst im Wald eine kleine Community, in der man sich an Hindernissen misst – und vor allem gemeinsam über sich hinauswächst.


